25 Kilogramm klingen für einen kräftigen Erwachsenen machbar. Das sind sie vielleicht auch – auf 200 Metern vom Auto zum Lager. Auf 18 Kilometern, mit Steigung und nassem Untergrund, ist dieselbe Zahl eine andere Geschichte.
Der Deutsche Alpenverein nennt als obere Grenze für einen Wanderrucksack ein Viertel des eigenen Körpergewichts. Das ist kein Zielwert, sondern eine Grenze, die aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen nicht überschritten werden sollte.
Was ein Viertel konkret bedeutet
Bei 60 Kilogramm Körpergewicht wären 15 Kilogramm bereits ein Viertel. Bei 80 Kilogramm sind es 20 Kilogramm, bei 100 Kilogramm 25 Kilogramm. Wer deshalb pauschal sagt, „20 Kilo gehen immer“, übersieht den wichtigsten Faktor: die Person darunter.
Und auch 25 Prozent können für Untrainierte, bei Hitze oder in schwierigem Gelände zu viel sein. Je leichter ein Rucksack bei vollständiger Sicherheitsausrüstung wird, desto angenehmer und meist auch sicherer ist die Tour.
Wasser macht Packlisten brutal ehrlich
Ein Liter Wasser wiegt ungefähr ein Kilogramm. Drei Liter bedeuten also drei Kilogramm – ohne Flasche. Wer danach noch zwei Messer, eine schwere Axt, mehrere Kochsysteme und Reservekleidung einpackt, hat schnell ein Problem, das nicht durch einen breiteren Hüftgurt verschwindet.
Das erste Sparpotenzial liegt deshalb selten bei Erste Hilfe oder Wetterschutz, sondern bei Doppelungen und „für alle Fälle“-Gegenständen.
Gewicht sitzt nicht nur auf den Schultern
Schwere Last verändert Gleichgewicht und Bewegungsablauf. Bergab werden Gelenke stärker belastet; auf unebenem Untergrund wirkt ein nach hinten ziehender Rucksack zusätzlich störend. Der DAV empfiehlt, schwere Teile möglichst nah am Rücken zu tragen und die Last seitlich ausgewogen zu verteilen.
Die Waage ist Teil der Tourenplanung
Vor einer Mehrtagestour lohnt sich eine Küchen- oder Kofferwaage. Alles wiegen, auch Kleinkram. Dann drei Kategorien bilden: unverzichtbar, komfortabel, doppelt. Die dritte Kategorie fliegt zuerst.
Danach den fertig gepackten Rucksack wirklich tragen. Eine Stunde auf bekannten Wegen zeigt mehr als jede Tabelle. Wer nach 30 Minuten ständig die Gurte verstellt, sollte vor einer 30-Kilometer-Tour noch einmal neu packen.
Der beste Rucksack ist nicht der, den man gerade noch tragen kann. Es ist der, mit dem am Ende der Etappe noch Reserven übrig sind.

