Beim Wort Notfallausrüstung landet schnell alles in einem Topf: Wasserkanister, Schlafsack, Konserven, Powerbank, Kocher, Dokumente. Das Ergebnis ist entweder ein Rucksack, den niemand tragen möchte, oder ein Vorrat, der beim Verlassen der Wohnung nicht mitkommt.

Der Unterschied ist simpel: Der Vorrat hält den Haushalt am Laufen. Das Notgepäck hilft, wenn der Haushalt gerade nicht mehr der sichere Ort ist.

Zu Hause darf Vorsorge schwer sein

Wasser ist das beste Beispiel. Für drei Tage plant das BBK mit zwei Litern pro Person und Tag. Sechs Liter wiegen ungefähr sechs Kilogramm. Bei zehn Tagen werden daraus 20 Liter. Niemand muss daraus einen Fluchtrucksack bauen.

Zu Hause zählen Menge, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit: Getränke, Essen, Hygiene, Medikamente, Licht, Batterien, Radio und Möglichkeiten, Informationen zu bekommen. Das Gewicht spielt dort nur eine Rolle, wenn Kanister oder Kisten bewegt werden müssen.

Der Rucksack muss getragen werden können

Beim Notgepäck setzt das BBK eine klare Grenze: pro Familienmitglied nicht mehr, als in einen Rucksack passt. Der Grund ist pragmatisch. Wer einen Rucksack trägt, hat die Hände frei, kann Treppen gehen und muss nicht auf Rollen oder einen Kofferweg angewiesen sein.

Auf der BBK-Liste stehen unter anderem persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Radio, Taschenlampe, Schlafsack oder Decke, Kleidung, Hygieneartikel, Wasserflasche und Verpflegung für zwei Tage. Dazu kommen Dokumente sowie Dinge, die erst im Moment des Aufbruchs eingesteckt werden: Ausweis, Gesundheitskarte, Bargeld, Schlüssel und Smartphone.

Das ist keine Trekking-Packliste. Eine Evakuierung kann in eine Turnhalle, zu Bekannten oder in eine Notunterkunft führen. Deshalb ist ein riesiges Beil weniger wichtig als trockene Socken, Medikamente und ein Ladegerät.

Ein sinnvoller Mittelweg

Praktisch ist eine Trennung in drei Ebenen: Haushaltsvorrat, fertiger Rucksack und eine kleine Liste an Dingen, die nicht dauerhaft eingepackt werden können. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, kann beispielsweise nicht ohne Weiteres eine vollständige Monatsration im Rucksack vergessen. Dafür kann ein Zettel obenauf liegen: Medikamente, Handy, Ausweis, Schlüssel.

Auch Haustiere gehören in die Planung. Transportbox, Leine, Futter und notwendige Unterlagen brauchen Platz – aber nicht zwangsläufig im eigenen Rucksack.

Der einfache TestRucksack komplett packen, Schuhe anziehen und damit 20 Minuten gehen. Wenn er schon auf dem Bürgersteig nervt, ist er für eine hektische Evakuierung zu schwer oder schlecht eingestellt.

Wer diese beiden Systeme trennt, muss im Ernstfall weniger entscheiden. Genau das ist der eigentliche Vorteil: nicht mehr Ausrüstung, sondern weniger Chaos.